Die sarchhalde

Die Sarchhalde muss grün bleiben

Das Käsenbachtal ist ein ursprüngliches Bachtal inmitten von Tübingen. Die landschaftliche Vielfalt einer alten bäuerlichen Kulturlandschaft mit Wald und Bachklingen auf kleinem Raum machen den besonderen Wert und die Bedeutung des Käsenbachtals aus. Diese Struktur birgt eine große Artenvielfalt auf Grund unterschiedlichster Lebensräume. Das ist unbestritten eine Besonderheit für Tübingen, die Bewahrung und Wertschätzung erfahren muss.

 

Dieses innerstädtische Biotop stellt gesundheitsfördernde Ressourcen für die Tübinger Bürger bereit. Frische Luft und Abkühlung für das Stadtgebiet, eine fußläufig und ebenerdig erreichbare schattige Naherholungsmöglichkeit, Raum für Bewegung und Entspannung für alte und junge Menschen. Die Schönheit der Landschaft trägt zum körperlichen und seelischen Wohlbefinden bei.

 

Im Zeitalter von Klimawandel, Artensterben und fortschreitender nicht reversibler Flächenversiegelung dürfen Wirtschaftlichkeit und Fortschritt nicht alleinige Kriterien für Entwicklung sein, insbesondere dann nicht, wenn sie zu Lasten lebenserhaltender und Gesundheit fördernder Ressourcen gehen.

 

Auf Grund seiner Struktur als Nordhang wird die Beeinträchtigungsintensität bei Bebauung der Sarchhalde nur als mittel und als ausgleichbar eingestuft. Als Teilabschnitt eines Gesamtensembles darf dessen ökologischer Wert aber nicht ohne den Gesamtzusammenhang beurteilt werden.

 

Die Bebauung einer Talseite des Käsenbachtals, der Sarchhalde hat erhebliche Konsequenzen für den gesamten Talraum. Die Funktionen, der Wert und die Biodiversität des gesamten Naturraumes werden zerstört.

Schon jetzt wird ein Teil des Käsenbachtals durch den Campus Morgenstelle 2 zubetoniert – ist dies der Beginn der Zerstörung des Tales?


Landschaft

Das Käsenbachtal hat eine elementare Funktion als
• innerstädtisches Naherholungsgebiet
• Teil des grünen Landschaftsraums der Stadt
• eine wertvolle Kulturlandschaft mitten in der Stadt
• Teilstück des Hauptwanderwegs 3 des Schwäbischen Albvereins und des Jakobswegs


kLIMA UND LUFT

Das Käsenbachtal mit seinen grünen Hängen spielt eine zentrale Rolle für Tübingens Stadtklima. Durch Baukörper und Versiegelung würden Kalt- und Frischluftentstehungsflächen verloren gehen.


Tier- und  Pflanzenwelt

Das Käsenbachtal ist Lebensraum für viele, teilweise geschützte beziehungsweise gefährdete Tier- und Pflanzenarten.
Es beherbergt
•  mehr als 50 Vogelarten
•  viele Insektenarten wie Hirschkäfer und über 100 Schmetterlingsarten, davon stehen einige Arten auf der Roten Liste
•  9 streng geschützte Fledermausarten (Detektorhinweise)
•  Schlingnattern und Feuersalamander
•  Hirschkäfer
•  dazu seltene und gefährdete Pflanzenarten wie die Arzneischlüsselblume oder die Büschelglockenblume
Angaben aus dem Gutachten 2014 der Gruppe für ökologische Gutachten Detzel und Matthäus  ergänzt durch Untersuchungen der BI Käsenbachtal



Bedrohtes Idyll mitten in Tübingen

Die Fotojournalistin Yvonne Berardi aus Tübingen hat ein poetisches Fotoportrait der Sarchhalde erstellt.